In jedem Augenblick unseres Lebens - Tom Malmquist [Rezension]

Bei der Vorschau der Neuerscheinungen ist mir dieses Buch von Tom Malmquist gleich ins Auge gesprungen. Nicht nur wegen des Covers, der Klapptext hat mich sehr angesprochen. Vielen Dank an den Klett-Cotta Verlag für das persönliche Leseexemplar.

Klapptext:
Tom und Karin erwarten ihr erstes Kind, als Karin plötzlich schwer erkrankt und ins Krankenhaus eingeliefert werden muss. Das Baby wird per Kaiserschnitt gerettet, während Tom wie in einem Albtraum in den unterirdischen Gängen des Krankenhauses umherirrt. Zwischen Intensivstation und Säuglingsstation, zwischen Leben und Tod. Als er nach Hause zurückkehrt, hat er Karin verloren und ist allein mit einem Neugeborenen. Um sich seiner Trauer zu stellen und seiner Tochter ein Vater zu sein, beginnt er ein Buch zu schreiben.



Meinung:
Das Cover gefällt mir gut. Es wirkt irgendwie beruhigend. Das Farbspiel von blauen Hintergrund mit grünen Blättern ist schlicht und hat dennoch Wirkung.
Das Buch ist in einen Schutzumschlag gebunden und macht daher einen hochwertigen Eindruck.
Der Roman kommt aus Schweden und ist ein Bestseller dort, außerdem nominiert für zahlreiche Literaturpreise. Daher hatte ich schon einige Erwartungen an das Buch.



Am Anfang fand ich den Schreibstil etwas gewöhnungsbedürftig. Es gibt kaum Absätze und die Dialoge sind als solche nicht gekennzeichnet. Man muss sehr aufmerksam sein und oft auch raten, wer grade spricht und wann dies zu ende ist. Trotz allem habe ich mich hinein gefunden und das Lesen fiel mir mit der Zeit leichter. Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Tom geschrieben und er teilt sein ganzes Leid und seine Emotionen. Leider kamen für mich die Emotionen nicht ganz rüber. Ich hatte das Gefühl, als wenn Tom selbst sich von Außerhalb betrachten würde und es dadurch eher nüchtern wirkte.

Das Schicksal von seiner Karin ist schlimm und Tom tut vieles und wirkt stark. Nach dem Tod hat er nicht nur mit dem Verlust zu kämpfen, sondern muss sich um die gemeinsame Tochter kümmern. Dies ist alles andere als leicht, da sich die Behörden auch quer stellen - Tom und Karin waren noch nicht verheiratet.

Die Idee zum Buch ist gut - die Umsetzung konnte mich nicht auf voller Linie überzeugen. Hauptsächlich, weil es mich wenig berührt hat, was möglicherweise an den Schreibstil lag. Trotzdem habe ich mit Tom mitgefühlt und die Geschichte beschäftigt mich und hat mich trotzdem ergriffen.

4 von 5 Punkten

Tom Malmquist - In jedem Augenblick unseres Lebens
Roman // Klett-Cotta // März 2017
ISBN: 978-3-608-98312-8 // hier kaufen // 301 Seiten

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